Mein Beitrag

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Weil er die schlechten Bedingungen in der Pflege nicht mehr ertragen konnte, legte der Augsburger Pflegeheimleiter Armin Rieger Verfassungsbeschwerde ein. Das Bundesverfassungsgericht hat diese nun abgeschmettert. Ohne Begründung. Rieger wählt in seiner Stellungnahme drastische Worte – überrascht ist er jedoch nicht.

Sie tauften ihn „Pflege-Rebell“. Damals im Juli 2014, als das alles losging mit dem Aufstand des Armin Rieger. Als dessen Pflegeheim in Augsburg, das den harmlosen Namen „Haus Marie“ trägt, zur Keimzelle des Widerstands gegen das Pflegesystem wurde. Nicht nur, dass Rieger die Noten seines eigenen Heims für Demenzkranke absichtlich sabotierte, um auf die kruden Bewertungskriterien des Medizinischen Dienstes der Kassen und die fragwürdige Prüfungsbehörde an sich aufmerksam zu machen. Er legte gar eine Verfassungsbeschwerde ein.

Gegen „die Verletzung der Schutzpflicht des Deutschen Staates gegenüber pflegebedürftigen Menschen durch Untätigkeit und Billigung von Missständen in der stationären Pflege, durch welche die im Deutschen Grundgesetz garantierten Grundrechte der Pflegebedürftigen missachtet werden“ wollte Rieger damit ankämpfen. Vergebens.

2 thoughts on “Mein Beitrag

  1. Wo kann man sich engagieren, damit diese Zustände in den Heimen, Pflege-WGS und Krankenhäusern gegenüber zu Pflegenden besser werden? Ich habe ihr Buch noch nicht gelesen. Aber wir haben unseren Vater durch 5 verschiedene Einrichtungen über 4 Jahre ,,geschleppt“, immer in der Hoffnung auf bessere Zustände. Vergeblich. Letztendlich ist er aufgrund von Unterbesetzung und einem frustierten Arzt wegen unterlassener Hilfeleistung (Profitgier im Krankenhaus-Patient zu teuer) verstorben.
    Wir sind entsetzt über die Zustände in Deutschen Heimen und Pflegeinrichtungen. Zu wenig Personal, Missstände usw.

    Heute sind wir selber ängstlich, was mit uns in der Zukunft passiert. Diese unmenschlichen Behandlungen und unterlassenen Hilfen, die mehrmals zum Tod führen konnten, ist eine Abschiebung und MORD an unseren älteren Bürgern.Wir fühlen uns in unserem Land nicht mehr wohl. Unsere Erfahrungen sind traumatisch. Wie kann man sich engagieren? Wir haben auch in Beratungsstellen erfahren, dass die ,,großen“ Pflegeheime und Einrichtungen geschützt werden und alles heruntergespielt wird. Wenn man als Angehöriger Kritik übt, wird man schikaniert. Wir haben auch das Buch Pflegemafia u.a, gelesen. Was empfehlen sie?
    Gibt es überhaupt Vereinigungen, die dagegen etwas tun?

    Über Hinweise wären wir dankbar. Wir haben den Eindruck das Sterben der,,Alten“ ist gewollt.

    1. Lieber Herr/Frau Müller,
      Liebe Mitbetroffene,
      es gibt z.B. den Verein „Wir Pflegen e.V.“. Das sind Pflegende und begleitende Angehörige, auch ehemals Pflegende und sonstwie mit dem Thema befasste und betroffene Menschen. Wir vertreten die Interessen von pflegenden Angehörigen und setzen und ein für bessere Pflegebedingungen im Heim und zuhause. Wir sind deutschlandweit unterwegs und freuen uns über Unterstützung von engagierten Menschen.

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